Die Gemeinde des lebendigen Gottes

 
In der heutigen Zeit fällt es nicht immer leicht, den Begriff Gemeinde (Kirche) richtig zu definieren, da es im Laufe der Christenheit Spaltungen und Strömungen gab, die sich leider auf ein falsches Fundament gründeten oder ihre Grundsätze nach Menschenworten ausrichteten.
Es gibt keine vollkommene Gemeinde auf Erden, warum? Jeder wahre Gläubige befindet sich noch in seinem irdischen, unvollendeten Leib, er sündigt noch. Dieser Zustand hat Auswirkungen auf jede Versammlung. Dennoch sollten wir, auf der Grundlage der Schrift, unser Zusammenkommen so ausrichten wie es dem Herrn wohlgefällig ist und uns nach seinen Geboten ausrichten.Insbesondere wenn wir zum Gedächtnismahl zusammnekommen ist ein vorherige Selbstprüfung und erforderliche Buße wichtig:
Wer also unwürdig dieses Brot isst oder den Kelch des Herrn trinkt, der ist schuldig am Leib und Blut des Herrn. (1. Kor. 11,27)
Der Herr hatte sein irdisches Volk (Israel) aus Ägypten herausgeführt, damit sie ihm ein heiliges (abgesondertes) Volk sein sollten, er wollte unter ihnen wohnen (Stiftshütte). Im neuen Bund stehen wir nicht mehr unter dem Gesetz vom Sinai aber der Herr Jesus Christus hat sich seine Braut (Versammlung) erkauft, damit sie untadelig vor der Welt sei, deswegen auch der Begriff ekklesia (die Herausgerufene). Daraus erklärt sich auch die Frage, wer am Gedächtnismahl teilnehmen sollte: dier wiedergeborene Gläubige (nur er kann wahre Tischgemeinschaft mit seinem Herrn und Erlöser haben).
Gottes Wort muss das Fundament bleiben. Alles was unbiblisch ist, muss abgelehnt werden.
Die Gemeinde im NT ist ein himmlisches Volk, ein geistiges Haus, sie vermischt sich nicht mit dem weltlichen System (keine Staatskirchen). Sie wurde bereits vor Grundlegung der Welt erwählt (in dem Opfer Jesu Christi), sie besteht nur aus wiedergeborenen Gläubigen und existiert hier auf Erden bis zur Entrückung, sie ist eine dienende und keine herrschende Gemeinde.
Christus in der Mitte! Der auferstandene Herr steht im Mittelpunkt in seiner Versammlung  (Anbetung, Gesang und Verkündigung).
Die Gemeinde past sich nicht der Welt an (durch neue Methoden, Konzepte etc.) und orientiert sich nicht nach dem Zeitgeist (der Geist dieser Welt, der von dem Fürsten dieser Welt, dem Teufel, gesteuert und geleitet wird).
Woran erkennt man eine lebendige, biblische Gemeinde: wenn die Herzen auf das Haupt (Jesus Christus) ausgerichtet sind. Kein Aktionismus oder durchdachte Programme kennzeichnen die biblische Gemeinde, sondern eine verborgene Herrlichkeit aber trotzdem ein Lichtträger zum Zeugnis und zur Ehre ihres Herrn und Erlösers. Eine Gemeinde sollte nicht nach äußeren Gesichtspunkten beurteilt werden.
Wehe ihnen! Denn sie sind den Weg Kains gegangen und haben sich um Gewinnes willen völlig dem Betrug Bileams hingegeben und sind durch die Widersetzlichkeit Korahs ins Verderben geraten! (Judas 11)
Gerade in der Endzeit wird es vermutlich schwieriger biblisch orientierte Gemeinden zu finden, da ein Großteil der Christenheit vom Abfall gekennzeichnet ist, das wahre Glaubensfundament wird verlassen, Sünde und Weltlichkeit breiten sich im Inneren aus, man geht den Weg ungöttlicher Kompromisse und lebt keine biblische Absonderung zur Welt.
So ergibt sich vermutlich für wahre Gläubige nicht selten die Frage:
Herr, zu wem sollen wir gehen? (Johannes 6,68)
Die Sehnsucht nach Gemeinschaft und biblischer Lehre ist allerdings nicht an einen bestimmten Ort oder eine Person gebunden:
Oder wisst ihr nicht, dass euer Leib ein Tempel des in euch wohnenden Heiligen Geistes ist, den ihr von Gott empfangen habt, und dass ihr nicht euch selbst gehört? (1. Korinther 6,19)
Gott wohnt in einem wahren Gläubigen durch den Heiligen Geist. Welche Frucht würde auch in unserem Land aufgehen, wenn die Gläubigen mehr Zeit mit Gebet und Schriftstudium verbringen würden? Viele möchten "geistig" nur wohl genährt sein: der regelmäßige Besuch einer Gemeinde um eine "gute" Predigt zu hören.
Denn wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da bin ich in ihrer Mitte.(Matthäus 18,20)
Die kleinste Einheit einer Gemeinschaft. Handelt es sich dabei schon um eine Gemeinde? Auch wenn der Herr diesbezüglich seine Verheißung gegeben hat so bedarf es doch für die Struktur einer Gemeinde etwas mehr:
In jenen Tagen aber, als die Zahl der Jünger wuchs, entstand ein Murren der Hellenisten gegen die Hebräer, weil ihre Witwen bei der täglichen Hilfeleistung übersehen wurden. (Apostelgeschichte 6,1)
Je mehr Gläubige an einem Ort "herausgerufen" werden, desto umfangreicher die Verantwortung. Aus diesem Grund hat der Herr der örtlichen Versammlung auch Gaben und Dienste zugewießen (Aufseher, Verkündiger ...) Die Gemeinde Gottes ist ein lebendiger Organismus, jeder braucht jeden aber ohne das richtige Fundament und die Unterordnung unter das wahre Haupt (Christus) kann der Bau nicht zur Ehre Gottes heranwachsen.
Ist der Organismus tot, lebt die Organisation.
Und sie blieben beständig in der Lehre der Apostel und in der Gemeinschaft und im Brotbrechen und in den Gebeten.(Apostelgeschichte 2,42)
Die biblische Gemeinde hat ihre Zusammenkunft am ersten Tag der Woche (Sonntag). Ansonsten erfahren wir wenig bezüglich Ablauf und Inhalt der Gestaltung dieser gemeinschaftlichen Zusammenkunft (wann Lieder gesungen werden, Anzahl der Lieder, bestimmtes Ablaufschema). Der Herr hat uns Freiheit darüber gegeben aber es soll keine Unordnung enststehen.
So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker, und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes 20 und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. (Matthäus 28, 19+20)
Die Gemeinde hat auch den Auftrag zur Evangelisation.
Wie ernst ist den Gemeinden in der westlichen Welt noch dieser Befehl (!) des Herrn?
Dies geschieht aber nicht am Sonntag, wenn man zur Anbetung, Gedächtnismahl und Verkündigung zusammenkommt. Daraus resultiert: gesunde Gemeinden wachsen. Die Lebendigkeit beschränkt sich nicht nur auf den Sonntag: es geht um Gemeindearbeit. Wie oft wird leider der Aspekt vergessen: Jünger machen Jünger....
Die Motivation sollte nicht nur darin liegen, das leere Stühle besetzt werden, es geht um das Werk des Herrn.
Neubekehrte müssen an die Hand genommen werden, man darf sie nicht dem Feind überlassen.
Und was du von mir gehört hast vor vielen Zeugen, das vertraue treuen Menschen an, die fähig sein werden, auch andere zu lehren. (2. Timotheus 2,2)
Menschen brauchen Christus um errettet zu werden.
Christen brauchen eine biblische Gemeinde um zu wachsen.
So seid ihr nun nicht mehr Fremdlinge ohne Bürgerrecht und Gäste, sondern Mitbürger der Heiligen und Gottes Hausgenossen, auferbaut auf der Grundlage der Apostel und Propheten, während Jesus Christus selbst der Eckstein ist, in dem der ganze Bau, zusammengefügt, wächst zu einem heiligen Tempel im Herrn, in dem auch ihr miterbaut werdet zu einer Wohnung Gottes im Geist. (Epheser 2,19-22)
Ein Gläubiger gehört zu der Familie Gottes. Er sollte auch nicht "mehreren Gemeinden" angehören, sondern einer örtlichen Versammlung.
Die Ortsgemeinde ist frei von jeglicher äußerer Autorität oder Kontrolle. Ihr wurden zwei Verordnungen (Sakramente) anvertraut: die Glaubenstaufe und das Gedächtnismahl.
Aufseher (Älteste) sollen als Christi Diener über die ihnen anvertraute Herde wachen und nicht herrschen.
Der Verkündigungsdienst (Predigt) wird von gläubigen Brüdern vorgenommen, ihrem Dienst entsprechend.
Gerade in den "letzten Tagen" sollte die Gemeinde als treu erfunden werden und wachend, bereit ihren Bräutigam zu erwarten um den gerechten Lohn zu empfangen.
wie man wandeln soll im Haus Gottes, welches die Gemeinde des lebendigen Gottes ist, der Pfeiler und die Grundfeste der Wahrheit.(1. Tim. 3,15)